KI-Kompetenz kostenfrei aufbauen: AzubiTrain, KI.KompetenzNavi und KI-Campus

Seit Februar 2025 verlangt der EU AI Act von Unternehmen, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu sorgen. Die Bitkom-Zahlen zeigen, wie weit der Weg noch ist: 70 Prozent der Unternehmen schulen bereits – und zwei Drittel halten die KI-Kompetenz der eigenen Belegschaft trotzdem für gering.

Das liegt selten am Budget. Es liegt daran, dass Schulung und tatsächliche Arbeit auseinanderfallen. Hier ist eine Übersicht kostenfreier Angebote, sortiert nach Zielgruppe – alle ohne Anbieterbindung.

Für Auszubildende: AzubiTrain (NRW)

Seit September 2026 steht in Nordrhein-Westfalen „AzubiTrain – Deine Zukunft mit KI" allen Auszubildenden und Ausbildenden kostenfrei offen. Das Angebot entstand in Kooperation des Landes mit dem Förderverein für Jugend und Sozialarbeit, unterstützt von Microsoft Deutschland, und ging nach einer Pilotphase landesweit an den Start.

Aufbau: acht Online-Module mit rund 110 Minuten Lernzeit, dazu Live-Sessions und zweitägige Praxislabore in Betrieben. Ziel ist ausdrücklich nicht nur Bedienkompetenz, sondern die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Warum das für Betriebe interessant ist: Azubis sind oft die Ersten, die KI ohnehin nutzen. Ein strukturierter Einstieg verhindert, dass sich Gewohnheiten festsetzen, die später niemand mehr korrigiert. Und die Praxislabore finden im Betrieb statt – ihr bekommt also Qualifizierung mit direktem Bezug zu euren Abläufen.

Informationen bei den Kammern, etwa der Handwerkskammer Dortmund, sowie beim Land NRW.

Für die Belegschaft: KI.KompetenzNavi

Webbasierte Schulungen der Kompetenzplattform KI.NRW für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – niedrigschwellig und ohne Vorkenntnisse nutzbar. Gut geeignet, um die Basisstufe eines Schulungskonzepts abzudecken, ohne Budget zu binden. → Alle Angebote von KI.NRW

Für alle: KI-Campus

Die vom Bundesforschungsministerium geförderte Lernplattform bietet Kurse von den Grundlagen bis zu Fachthemen, kostenfrei und mit Nachweisen. Wir haben sie hier vorgestellt: KI-Campus

Für Hochschulnähe und Lehre: KI:edu.nrw

Das Landesprojekt an der Ruhr-Universität Bochum bietet regelmäßige kostenfreie Online-Formate, etwa das monatliche „KI-Update NRW" und Einsteiger-Webinare zu generativer KI. Interessant auch für Ausbildungsverantwortliche und Weiterbildner. Termine im Veranstaltungskalender.

Was kostenfreie Angebote nicht leisten

Damit die Erwartung stimmt: Diese Kurse vermitteln allgemeine Kompetenz. Sie beantworten nicht, was in eurem Betrieb erlaubt ist, welche Daten in welches Werkzeug dürfen und wer ein Ergebnis freigibt. Diesen Teil kann niemand extern liefern.

Deshalb hat sich diese Kombination bewährt:

  1. Grundlagen extern – über eines der Angebote oben
  2. Hausregeln intern – eure KI-Richtlinie, kurz und verständlich → Braucht mein Unternehmen eine KI-Richtlinie?
  3. Anwendung im Fachbereich – an euren echten Fällen, nicht an Beispielen

Die dritte Stufe ist die, die den Unterschied macht. Sie ist auch die, die am häufigsten ausfällt.

Und was das mit Agenten zu tun hat

Auf dem KI.Forum.NRW wurde AI Literacy als Frage der Betriebsfähigkeit bezeichnet – nicht als Personalthema. Der Grund: Je mehr KI selbst ausführt, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Ergebnisse zu beurteilen. Wer das nicht kann, kontrolliert nicht, sondern nickt ab. → Governance für agentische KI

Nachweis nicht vergessen

Der AI Act verlangt keinen bestimmten Kurs und kein Zertifikat – aber ihr solltet zeigen können, wer wann welche Maßnahme erhalten hat. Eine gepflegte Übersicht im HR-System und ein fester Baustein im Onboarding reichen für die meisten Betriebe. → KI-Kompetenzpflicht als HR-Aufgabe


Ihr wollt ein Schulungskonzept, das zu euren tatsächlichen Anwendungen passt? Wir bauen das gern auf den kostenfreien Angeboten auf, statt sie zu ersetzen: office@avantgar.de

Welches Lernangebot hat bei euch tatsächlich etwas verändert – und welches ist versandet?