MCP und A2A erklärt: Wie KI-Agenten an eure Systeme und aneinander kommen

Wenn heute über KI-Agenten gesprochen wird, geht es meist um das Modell. Die spannendere Frage ist aber eine andere: Wie kommt ein Modell eigentlich an eure Daten – und wie arbeiten mehrere Agenten zusammen, ohne dass jemand für jede Kombination eine eigene Schnittstelle baut?

Dafür haben sich zwei Protokolle etabliert. Wer sie einmal verstanden hat, trifft Architekturentscheidungen deutlich sicherer.

MCP: die Verbindung zwischen Modell und Fachsystem

Das Model Context Protocol beschreibt, wie ein Sprachmodell Werkzeuge und Datenquellen ansprechen kann. Statt für jede Kombination aus Modell und System eine eigene Anbindung zu programmieren, stellt das System seine Funktionen einmal bereit – und jedes Modell, das MCP versteht, kann sie nutzen.

Ein MCP-Server kann zum Beispiel anbieten:

  • Kunde suchen
  • Offene Posten zu Kunde lesen
  • Angebot anlegen (nur nach Freigabe)

Die Modelle wissen dadurch nicht mehr über euer Unternehmen, als ihr freigebt. Sie sehen eine Liste erlaubter Handlungen, keine Datenbank.

Warum das praktisch zählt: Ihr bindet euer ERP einmal an und könnt danach entscheiden, welches Modell darauf arbeitet. Wird ein Anbieter teurer, langsamer oder rechtlich unattraktiv, tauscht ihr das Modell – nicht die Anbindung. Wir haben die Grundlagen hier beschrieben: MCP erklärt.

A2A: die Verbindung zwischen Agenten

Während MCP regelt, wie ein Agent an Werkzeuge kommt, regelt das A2A-Protokoll (Agent-to-Agent), wie Agenten untereinander kommunizieren. Vorgestellt wurde es im April 2025 von Google mit über 50 Partnern, im Juni 2025 ging es an die Linux Foundation. Technisch setzt es auf verbreitete Bausteine: HTTP, JSON-RPC, Server-Sent Events und OAuth zur Authentifizierung.

Der Anwendungsfall dahinter: Ein Einkaufsagent fragt einen Lieferantenagenten nach Verfügbarkeiten. Ein Serviceagent übergibt einen Vorgang an einen Abrechnungsagenten. Beide gehören womöglich unterschiedlichen Unternehmen und laufen auf unterschiedlichen Plattformen.

Was davon heute im Mittelstand zählt

Ehrlich gesagt: MCP schon, A2A noch nicht.

MCP löst ein Problem, das ihr heute habt – die Verbindung von KI zu euren eigenen Systemen. A2A löst ein Problem, das viele erst bekommen, wenn Agenten über Unternehmensgrenzen hinweg verhandeln. Das kommt, aber es ist selten der erste Schritt.

Was ihr trotzdem heute tun solltet: Fragt Anbieter, ob sie offene Protokolle unterstützen. Eine Lösung, die ihre Anbindungen nur intern kennt, ist eine Sackgasse mit freundlicher Oberfläche.

Die Sicherheitsfrage, die dazugehört

Offene Protokolle machen Anbindungen einfacher – auch ungewollte. Die Vorfälle der letzten Wochen zeigen, worauf es ankommt: Bei der Lücke Plugin4Shell konnten Coding-Agenten Schadcode nachladen und ausführen. Und ein Modell, das in einer Testumgebung versehentlich Internetzugang hatte, landete bei echten Unternehmen.

Drei Regeln, die sich daraus ableiten:

  1. Werkzeuge einzeln freigeben, nicht pauschal. Ein Agent bekommt genau die Funktionen, die sein Ablauf braucht.
  2. Schreibende Funktionen an Freigaben binden. Lesen automatisch, Schreiben mit Bestätigung – solange der Ablauf nicht über Monate bewiesen hat, dass er trägt.
  3. Rechte vom Menschen ableiten. Der Agent sieht, was die anfragende Person sehen darf. Nicht mehr.

Wie ihr das prüft, ohne selbst Entwickler zu sein

Drei Fragen an jeden Anbieter:

  • Über welches Protokoll bindet ihr unsere Systeme an?
  • Können wir das Modell wechseln, ohne die Anbindung neu zu bauen?
  • Wie werden schreibende Zugriffe freigegeben und protokolliert?

Wer darauf klar antwortet, hat sich mit Architektur beschäftigt. Wer ausweicht, verkauft eine Oberfläche.


Ihr wollt wissen, was sich in eurer Systemlandschaft anbinden lässt? Wir schauen uns das gern konkret an: office@avantgar.de

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Nutzt ihr schon eine Anbindung per MCP – und an welches System?