Stellenanzeigen mit KI: schneller, zielgruppengerecht und AGG-geprüft

Eine Stelle ist genehmigt, der Fachbereich drängt, und die Stellenanzeige entsteht aus der letzten Anzeige für eine ähnliche Position – mit denselben Floskeln, derselben Anforderungsliste und manchmal demselben Tippfehler. Das Ergebnis: austauschbare Texte, die niemand zu Ende liest, und im schlimmsten Fall Formulierungen, die rechtlich angreifbar sind.

Das Problem

Gute Stellenanzeigen sind aufwendig. Sie müssen:

  • das tatsächliche Aufgabenprofil wiedergeben, nicht das von vor fünf Jahren
  • die Zielgruppe ansprechen – eine Auszubildende liest anders als ein Senior-Entwickler
  • AGG-konform sein: keine Hinweise auf Alter („junges Team"), Geschlecht, Herkunft oder körperliche Merkmale, die nicht zwingend erforderlich sind
  • auf mehreren Kanälen funktionieren: Karriereseite, Jobbörse, LinkedIn, Aushang

In kleineren Personalabteilungen fehlt dafür schlicht die Zeit.

Die Lösung

  1. Vom Anforderungsgespräch zum Profil: Der Fachbereich beantwortet ein paar strukturierte Fragen oder spricht sie ein – Was macht die Person in den ersten drei Monaten? Was muss sie mitbringen, was lernt sie bei uns? Der Assistent formt daraus ein klares Aufgaben- und Anforderungsprofil.
  2. Muss von Kann trennen: Überladene Anforderungslisten schrecken gerade qualifizierte Bewerberinnen ab. Der Assistent fragt nach, welche Punkte wirklich zwingend sind.
  3. AGG-Prüfung: Formulierungen wie „junges, dynamisches Team", „Muttersprache Deutsch" oder „belastbar" werden markiert – mit Erklärung und neutraler Alternative („Deutsch auf verhandlungssicherem Niveau").
  4. Varianten erzeugen: Aus einem freigegebenen Profil entstehen Langfassung für die Karriereseite, Kurzfassung für Jobbörsen und ein Social-Media-Text – im Ton eurer Arbeitgebermarke.
  5. Firmenwissen einbeziehen: Benefits, Arbeitszeitmodelle, Standortinfos kommen aus einer gepflegten Quelle, statt jedes Mal neu abgetippt zu werden.

Der Nutzen

  • Deutlich schneller von der genehmigten Stelle zur veröffentlichten Anzeige
  • Weniger rechtliches Risiko durch systematische AGG-Prüfung
  • Konsistente Arbeitgebermarke über alle Kanäle
  • Bessere Passung: Wer das Profil klar beschreibt, bekommt passendere Bewerbungen – und spart später Zeit im Bewerbungseingang

Ein oft unterschätzter Nebeneffekt: Das strukturierte Anforderungsgespräch zwingt den Fachbereich, sich festzulegen. Das verbessert nicht nur die Anzeige, sondern auch die spätere Auswahl.

Voraussetzungen und Grenzen

Eine gepflegte Sammlung eurer Benefits und Rahmenbedingungen, ein paar gute Beispielanzeigen als Stilvorlage und eine klare Freigabe: Veröffentlicht wird, was HR geprüft hat.

Rechtlich ist dieser Anwendungsfall unkritisch: Die KI erstellt einen Text, sie trifft keine Entscheidung über Menschen. Die AGG-Prüfung ist eine Hilfe, keine Garantie – bei Grenzfällen bleibt die fachliche Einschätzung bei euch.


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Welche Floskel in Stellenanzeigen würdet ihr am liebsten sofort verbieten?